Das Hundemagazin mit Herz
Feb 14

Durch Zufall zum Auslandshund

Alles fing an einem kalten Februartag an. Mein Mann Jens und ich hatten schon immer den Wunsch einen eigenen Hund zu haben. Es stand auch fest das wir nie zu einem Züchter oder Vermehrer gehen möchten da es soviele Hunde auf der Welt gibt, die ein tolles Zuhause verdient haben.

Zu Besuch im deutschen Tierheim

Also machten wir uns auf den Weg ins Tierheim. Dort angekommen sahen wir volle Zwinger mit wahnsinnig lieben Hunden. Eine Mitarbeiterin des Tierheimes fragte und ob sie uns weiter helfen könnte. Wir erzählten Ihr das wir gerne einen Hund haben möchten aber das wir eigentlich keine großen Wünsche hätte. Nur nicht zu klein und nicht zu riesig. Alter, Geschlecht und sogar eine Behinderung wie 3 Beine wären uns egal. Wir bekamen sofort einen Beagle gezeigt der aber leider an Epilepsie erkrankt war. Da wir noch nie einen Hund zusammen hatten, habe ich der Mitarbeiterin gesagt das ich kein chronisch krankes Tier haben möchte da ich nicht weiß ob ich damit zurecht kommt. Dies konnte sie verstehen und zeigte uns weitere Hunde. Auf dem Weg zu den anderen Zwingern wurden wir gefragt wo wir wohnen, ob wir ein Haus oder Wohnung hätte und ob ein Garten vorhanden wäre. Wohnung im Grünen aber leider kein Balkon! Sofort blieb sie stehen und meinte dann das es unter dieser Voraussetzung zu keinem Pflegevertrag kommen könnte. Ein Garten wäre ein MUSS und ein Hund bräuchte schließlich einen Garten zum rennen. Wir erklärten wo wir genau wohnen und das der Wald nur 10 Minuten entfernt wäre. Aber diese nette Dame drehte sich um und ging davon. Wir standen wie bestellt und nicht abgeholt zwischen den Zwingern und waren sprachlos. Wie kann man so unsozial sein! Einem Tier ist es wichtiger wenn es Liebe erfährt als ein popeliger Garten.

Auf dem Heimweg haben wir uns geschworen dieses Tierheim nie mehr zu betreten. Zuhause angekommen musste dieser Schock erst einmal verdaut werden. In den kommenden Tagen kam immer mehr das Thema Auslandshund bei uns zur Sprache. Sei es durch die Medien, durch Spaziergänge oder Bekanntschaften!



Der Traum vom Hund nur einen Klick entfernt

Am Samstag, den 02.03.2014 saß ich bei einem Kaffee am PC und durchforstete aus Langeweile die Anzeigen von Ebay Kleinanzeigen. Und da wurden mir ständig Anzeigen mit Hunden gezeigt. Zu dem Zeitpunkt war mir gar nicht so bewusst das man dort auch Tiere erwerben konnte.

Also suchte ich im Raum 54… nach einem Hund. Sofort kam ich auf eine Anzeige mit einem Mischling von 2 Jahren. Tolles Fell, tolle Figur und ein Gesicht wie eine Göttin. Ich schrieb an die -mailadresse und bekam relativ schnell eine Antwort. In dieser stand das der Hund schon eine Familie gefunden hätte aber sie hätte noch weitere Hunde in der Vermittlung. Vermittlung?????? Im ersten Moment dachte ich das ich einem Tierheim geschrieben hätte aber welches Tierheim vermittelte über solche Seiten ihre Tiere. Sie schrieb mir ihre Telefonnummer auf und bat mich sie anzurufen. Durch das Telefonat kam dann raus das sie in einem Verein wäre der mit einem rumänischen Tierarzt zusammenarbeitet. Sie erzählte von dem Verein, der Tiere und der einzelnen Helfer. Sie erzählte mir ebenfalls das sie später ins Saarland fahren würde da ein neuer Transporter aus Rumänien ankommt und ob wir nicht doch Interesse an einer Pflegestelle hätte. Für uns war das erst einmal totales Neuland und wir wollten diese Entscheidung auch in Ruhe überdenken denn schließlich geht es um ein Lebewesen und kein spontaner Kauf einer Hose! Wir gingen dann erst einmal kaufen und da war irgendwie klar das wir es doch wollten. Also kauften wir Futter, Spielzeug, Bettchen und Deckchen. Ich schrieb der Damen eine kurze Nachricht das wir einverstanden wären. Wir erfuhren das es sich um einen 9 Monate alten Labrador handelt. Wir waren erfreut das wir sofort erfuhren um welche Hund es sich handelte. Allerdings bekamen wir nur wenige Minuten nach der Nachricht eine weitere das der Labrador schon eine Pflegestelle gefunden hat. Nama wäre zu schön um wahr zu sein. Zuhause angekommen klingelte mein Handy und die Damen des Vereins war an der anderen Leitung. Wir könnten doch einen Hund bekommen dem die Pflegestelle abgesprungen wäre. Wir bekamen Bilder zugeschickt und es war Liebe auf den ersten Blick. Ein freundlicher aber skeptischer Hund schaute uns an und meine ersten Reaktion war: Ein Jack Russell! Ich wollte nie NIE einen Jack Russe. Ich lernte in meiner Kindheit immer nur Jack Russe kennen die mir persönlich viel zu wild waren. Egal, unser Herz war weich und wir sagten Ja!

Der Hund mit den Fledermaus Ohren

4 Stunden später klingelte es an der Türe und wir standen gespannt an unserer Wohnungstüre im 2. Stock. Ich sah auf einmal einen kleinen schwarz – weißen Hund mit wedelndem Schwanz. Ich bekam erst einmal ein Küsschen und dann rannte der Hund quer durch die ganze Wohnung. „Vera“, so hieß der Hund, war ein 4 – 5 Monate altes Mischlingsweibchen mit Ohren wie Dobby ( Harry Potter ). Sie rannte durch die Wohnung als würde sie nichts anderes kennen. Ich stelle Ihr Wasser und Futter hin, was natürlich dankend angenommen wurde. Alle waren erst einmal total überfordert aber froh, dass nun der Hund angekommen ist. Pflegevertrag wurde unterschrieben und nach einer Zeit verabschiedete sich die Dame!

Jaaa nun saß da ein kleines Häufchen Glück auf dem Boden und segnete meinen Boden! Zum Glück besaß ich viele Rollen Küchenrolle, Desinfektion und einen PVC – Boden. Meine Eltern, die seit zig Jahren immer schon Hunde hatten, hatten Ihre Bedenken bei einem Tierschutzhund wegen Charakter etc. Sie hatten Angst das wir einen Hund bekommen der zitternd in der Ecke sitzt aber Fehlanzeige. „ Vera“ wurde von uns sofort in Elli umgetauft und war von Anfang an positiv. Wir lieben dieses Mädchen so sehr! Dieser Hund gibt uns soviel Liebe!

Wir haben diesen Schritt nie bereut wobei viele Leute Angst haben, diesen zu gehen. Sie hören meist nur negative Erfahrungen aber meist lagen diese an dem Menschen und nicht am Tier! Natürlich gibt es auch dort schwarze Scharfe aber diese gibt es überall!

Autor: Anne

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