Mrz 03

Zecken – Stirb langsam

Es ist kalt in Deutschland, mitunter minus 20 Grad in der Nacht. Doch Zecken sind wahre Überlebenskünstler und überleben sowohl sehr niedrige, als auch sehr hohe Temperaturen. Eine Zecke kann bis zu 24 Stunden lang bei Temperaturen bis minus 13 Grad im Gefrierfach überleben, zeigen Studien. Erst bei 24 Stunden bei minus 20 Grad kann man sicher sein, dass die Zecke tot ist. Das frostige Wetter in diesen Februar-Tagen hat daher wohl nicht viele Zecken getötet. Wer übrigens im Sommer seine Kleidung vom Waldspaziergang in die Wäsche wirft, kann auch hier nicht sicher sein, dass die Zecke tot ist. Denn ein Waschgang bei 40 Grad macht einer Zecke überhaupt nichts aus. Daher gilt: Wäsche gut ausschütteln und sich nach dem Spaziergang im Wald oder in hohen Gräsern gründlich absuchen.

Übrigens: Wer dachte er kann die Zecke einfach nur die Toilette herunterspülen, um ihr den Garaus zu machen, liegt leider falsch. In einem Experiment überlebten die Hälfte der Zecken selbst 4 Tage im Wasser. Zecken sind nun mal wahre Überlebenskünstler, die den undenkbarsten Umständen trotzen.

 

Zeckenarten – Diese Zecken findest du in Deutschland

In Deutschland ist der Gemeine Holzbock die am häufigsten verbreitete Zeckenart. Er überträgt die Borreliose, sowie die Frühsommermeningitis. Gegen die Frühsommermenigitis gibt es eine Impfung, gegen die Borreliose leider nicht. Daher gilt: Regelmäßig absuchen, denn die Krankheit kann erst ab 24 Stunden übertragen werden.

Die Auwaldzecke ist im Süden und Osten Deutschlands verbreitet. Sie ist Überträger der Babesiose. Diese Erkrankung ähnelt der Malaria und wird daher auch oft als Hundemalaria bezeichnet. Sie zerstört die roten Blutkörperchen und ruft somit eine Anämie hervor. Während die Erkrankung bei gesunden Menschen meist unerkannt verläuft, so ist die Babesiose beim Hund ohne Behandlung meist tödlich.

Die Braune Hundezecke wird vor allem aus Südeuropa eingeschleppt. Diese ist Überträger von sehr vielen Krankheiten, wie die Ehrlichiose und die Babesiose. Wer einen Hund aus dem Ausland adoptiert – aus den südlichen Ländern, wie Spanien oder Portugal – aber auch Rumänien, sollte unbedingt einen Test auf Mittelmeerkrankheiten machen, denn diese werden durch die Braune Hundezecke verbreitet.

 

Zeckenmittel Hund – Was hilft wirklich?

Bravecto und Co. werden derzeit heiß diskutiert. Einige Hunde seien an Nebenwirkungen der Tablette gestorben. Wenn es den eigenen Hund trifft, dann ist einem eine Wahrscheinlichkeitsrechnung wohl egal. Und daher werden auch wir auf dieses Giftkonzentrat in Zukunft verzichten. Dazu muss ich sagen, dass wir hier in Berlin auch keine große Zeckenplage haben und mein Hund jegliches Gestrüpp partout meidet. Wer jedoch auf dem Land lebt, braucht eine Lösung.

Ein alternatives, gesundes Mittel gegen Zecken ist Kokosöl. Warum Kokosöl? Es beinhaltet Laurinsäure. In naturbelassenem Kokosöl ist es zu 60% zu finden. In der Butter ist hingegen nur 5% Laurinsäure enthalten. In einem Experiment der FU Berlin konnte die abschreckende Wirkung von Laurinsäure auf Zecken nachgewiesen werden. Bereits bei einer 10%-prozentigen Laurinsäure-Lösung konnten mindestens 80% der Zecken abgeschreckt werden. In einem weiteren Experiment wurde Laurinsäure direkt auf den Arm des Menschen aufgetragen. Bis zu 88% der Zecken ließen sich daraufhin fallen. Die Wirkung der Laurinsäure hält etwa 6 Stunden lang an, dann muss der Schutz erneuert werden. Das Kokosöl muss wie ein Körperöl aufgetragen werden. Da es bei Raumtemperaturen fest ist, muss es zuvor in den Händen warm und flüssig gerieben werden. Anschließend an den gefährdetsten Stellen einreiben, also am Bauch, an den Beinen, am Kopf, Hals, Nacken und den Ohren des Tieres. Da sich die Tiere das Öl ablecken, am besten erst kurz vor der Gassirunde auftragen. Das Fell wirkt darauf etwas fettig und mein Hund, der sich gerne in Sand rollt, war danach eher grau als weiß. Doch nach ein paar Stunden sieht das Fell auch wieder normal aus.

 

Zecken & Schwarzkümmelöl – Das Mittel, das die Zecken meiden

Ein Regensburger Schüler hat herausgefunden, dass sein Labrador kaum noch Zecken hatte, nachdem er regelmäßig etwas Schwarzkümmelöl in dessen Futter gemischt hatte. Anschließend hat der Gynmasiast die Reaktion der Zecken auf Schweiß und Schweineblut getestet. Waren die Präparate mit Schwarzkümmelöl versetzt, mieden es die Zecken. Dafür reichten auch schon sehr geringe Mengen aus. Schwarzkümmelöl lässt sich in vielen Naturkostläden, aber auch im Internet kaufen. Jedoch ist bei der Dosierung Vorsicht geboten – ein kleiner Spritzer Schwarzkümmelöl ab und an ins Futter genügt. Zu viel Schwarzkümmelöl kann zu Bauchschmerzen und Durchfall führen!