Hunde Rumänien – Flüchtlinge auf 4 Pfoten

Rumänien zählt als das Land mit dem größten Hundeproblem in Europa. Zahllose Straßenhunde irren herrenlos durch Dörfer und Städte. Allein in Bukarest gibt es über 60.000 herrenlose Hunde, in ganz Rumänien sollen es etwa 6 Millionen Hunde sein. Während die meisten friedlich sind, kommt es leider immer wieder zu Bissvorfällen, wenn ein Hund sein Territorium verteidigen möchte. Ein solcher Bissvorfall hat auch zur Verschärfung der Gesetze in Rumänien geführt. Es wurde ein Gesetz eingeführt, nach dem Hunde eingefangen und in öffentliche Tierheime gebracht werden sollten. Innerhalb einer Frist von 14 Tagen dürfen die Hunde getötet werden. Die Tötung erfolgt oft ohne Betäubung, oft werden die Hunde auch zu Tode geschlagen. Tierschützer sind daher vermehrt in Rumänien aktiv, um die Praktiken zu unterbinden und den Hunden eine Chance auf ein neues Leben zu ermöglichen.

Ein Kampf gegen Windmühlen

Das Gesetz zur Tötung der Straßenhunde in Rumänien ist nicht nur unmenschlich, sondern auch sinnlos. Da niemals alle Hunde eingefangen werden, werden nur immer wieder neue Platz- und Futterressourcen für die verbleibenden Hunde frei. Dies sorgt wiederrum für eine höhere Geburtenrate in diesen Gegenden. Tierschützer plädieren daher schon seit Langem für Kastrationskampagnen. Die Idee dahinter ist simpel: Einfangen, kastrieren und wieder freilassen. Dies würde langfristig das Problem der Straßenhunde lösen. Leider werden diese Projekte aktuell nur von Tierschutzaktivisten und nicht vom Staat selbst unterstützt. Es fehlt an Geldern und freiwilligen Helfern, um hier großflächig aktiv zu werden.

Hunde hinter Gittern – Die SMEURA

Rumänien besitzt das größte Tierheim in ganz Europa: die SMEURA. Etwa 120 Kilometer von Bukarest entfernt leben rund 6.000 Hunde. Das Tierheim erstreckt sich über 4,5 Hektar Land. Täglich benötigen diese Tiere etwa 2,7 Tonnen Futter. Die Organisation Tierhilfe Hoffnung e.V. hat die ehemalige Fuchsfarm 2005 erworben und unterstützt dort ebenfalls durch Aufklärungsarbeit und Kastrationskampagnen. Der Verein erhält keine öffentlichen Fördermittel und ist daher auf die Unterstützung von Spenden angewiesen. Einen kleinen Eindruck der SMEURA bekommt man in einer WDR Doku. Hier der Link zum Video.

Schwarze Schafe im Tierschutz

Die schrecklichen Bilder der Straßenhunde verleitet leider auch immer wieder Betrüger dazu, mit falschen Spendenaufrufen oder falschen Vermittlungsseiten Menschen über den Tisch zu ziehen. Wer also in Rumänien helfen möchte, sollte sich vorher vergewissern, mit wem er zusammenarbeitet. Bekannte Tierschutzorganisationen in Rumänien sind die Tierhilfe Hoffnung e.V. oder Seelen für Seelchen e.V.. Meinen Hund habe ich über ALMA – All Life Matters, welche ausschließlich in den ländlichen Gegenden von Rumänien tätig ist. Der Verein arbeitet mit dem Tierheim in Oravita zusammen, leistet Aufklärungsarbeit und organisiert kostenlose Kastrationen für Hundebesitzer vor Ort. Somit sollen neue Würfe vermieden werden. Übrigens legen seriöse Vereine ihre Ausgaben und Einnahmen stets offen. Ebenfalls kann man über den Tierschutzshop die Arbeit der Tierschützer in Rumänien unterstützen.

Kopfgeldzahlungen der EU für rumänische Straßenhunde

Das Problem der Straßenhunde in Rumänien schon seit einer Weile in der EU angekommen. Mit 250€ fördert die EU die Versorgung eines Straßenhundes. Die Idee dahinter war, dass Tiere ins Tierheim gebracht werden sollten, wo sie vermittelt oder eingeschläfert werden. Doch nun führen die Fördergelder dazu, dass Straßenhunde von Hundefängern gewaltsam eingefangen werden. Noch andere züchten Hunde gezielt, um an die Fördergelder zu gelangen. Seit 2015 erhalten Privatpersonen 50€ pro eingefangenem Hund. Wenn man bedenkt, dass das durchschnittliche Gehalt in Rumänien bei 400€ liegt, so kann man verstehen, dass das Geschäft mit dem Hundefang für viele sehr lukrativ ist. Eine neue Dimension der Gewalt entsteht, welche Hundefänger vor nichts zurückschrecken lässt. Die Hunde werden geschlagen und getreten, viele leiden ihr Leben lang unter diesem traumatischen Erlebnis. Die PETA setzt sich aktuell dafür ein, dass Hunde in Rumänien nicht mehr getötet werden dürfen. Hier geht’s zur Petition.